Bera­tungs-Rechts­schutz

Im Bereich des des Erb­rechts besteht regel­mä­ßig kein Rechts­schutz etwa für gericht­li­che Ver­fah­ren oder die außer­ge­richt­li­che Tätig­keit eines Rechts­an­walts. Auch im Bereich des Fami­len­rechts (ein­schließ­lich des Lebens­part­ner­schafts­rechts) besteht typi­scher­wei­se kein Ver­si­che­rungs­schutz in der Rechts­schutz­ver­si­che­rung. Aller­dings bie­ten hier die Rechts­schutz­ve­ri­sche­run­gen in die­sen Rechts­be­rei­chen zumin­dest eine klei­ne Hil­fe im Rah­men des Beratungs-Rechtsschutzes.

Ver­si­chert sind in die­sen Rechts­ge­bie­ten nicht die bei dem (anste­hen­den) Rechts­streit anfal­len­den Kos­ten, son­dern die Kos­ten einer Bera­tung, etwa im Vor­feld eines Rechts­streits oder zur Bera­tung über die Erfolgs­aus­sich­ten eines sich abzeich­nen­den Rechtsstreits. 

Der Ver­si­che­rungs­fall – und damit eine Ein­tritts­pflicht der Rechts­schutz­ve­ri­sche­rung – tritt in die­sen Rechts­be­rei­chen bei einer Ände­rung der Rechts­la­ge der ver­si­cher­ten Per­son ein. Ändert sich also die Rechts­la­ge des Ver­si­cher­ten im Bereich des Fami­li­en­rechts oder Erb­rechts, bei­spiels­wei­se bei Tren­nung, Geburt eines Kin­des oder Tod eines Eltern­teils, so über­nimmt der Rechts­schutz­ver­si­che­rer im Rah­men des Bera­tungs-Rechts­schut­zes die Kos­ten einer anwalt­schaft­li­chen Beratung.

Wich­tig: Der Ver­si­che­rungs­schutz besteht aller­dings aus­schließ­lich für eine Bera­tung. Wird der Anwalt etwa danach auch außer­ge­richt­lich oder gericht­lich für Sie tätig, so ent­fällt gleich­zei­tig wie­der der Rechts­schutz für die bereits erfolg­te Beratung.

Wich­tig ist auch, dass der Bera­tungs-Rechts­schutz nur bei einer Ände­rung der Rechts­la­ge greift. Nicht vom Ver­si­che­rungs­schutz umfasst ist daher etwa eine Bera­tung wegen der Gestal­tung des eige­nen Tes­ta­ments. Und auch die Ände­rung des elter­li­chen Tes­ta­men­tes ändert zu Leb­zei­ten der Eltern noch nicht die Rechts­la­ge; der Rechts­schutz­ver­si­che­rer zahlt die Kos­ten einer anwalt­li­chen Bera­tung in die­sem Fall erst, wenn der Erb­fall ein­ge­tre­ten ist, der Eltern­teil also gestor­ben ist.