Rechts­schutz­ver­si­che­rung im Über­blick

RSIMit der Rechts­schutz­ver­si­che­rung ver­pflich­tet sich der Ver­si­che­rer zur Deckung der Kos­ten für die Wahr­neh­mung der recht­li­chen Inter­es­sen des Ver­si­cher­ten. Die ein­zel­nen Rech­te und Pflich­ten sowohl des Ver­si­che­rungs­neh­mers wie des Ver­si­che­rers sowie die Oblie­gen­hei­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers sind im Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­setz sowie in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen gere­gelt. Bei den all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen wer­den vom Gesamt­ver­band der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft regel­mä­ßig Mus­ter­be­din­gun­gen in Form der All­ge­mei­nen Bedin­gun­gen für die Rechts­schutz­ver­si­che­rung (ARB) ver­öf­fent­licht, zuletzt im Jahr 2010 (ARB 2010). Die­se ARB wer­den von den ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men häu­fig ver­wen­det. Dane­ben wer­den in den Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen für ein­zel­ne Rechts­schutz­ver­si­che­rungs­leis­tun­gen oft­mals auch beson­de­re Bedin­gun­gen ver­ein­bart.

Umfang des Ver­si­che­rungs­schut­zes

Die Rechts­schutz­ver­si­che­rung über­nimmt – je nach Ver­si­che­rungs­ver­trag ohne Deckungs­be­gren­zung oder bis zur ver­trag­li­chen Deckungs­sum­me vom zumeist 250.000 € je Rechts­schutz­fall – die Kos­ten, die dem Ver­si­che­rungs­neh­mer ent­ste­hen für

  • die gesetz­li­chen Anwalts­ge­büh­ren des vom Ver­si­che­rungs­neh­mer frei wähl­ba­ren Rechts­an­walts;
  • Gerichts­kos­ten
  • Zeu­gen­gel­der und Sach­ver­stän­di­gen­ho­no­ra­re
  • Kos­ten­er­stat­tungs­an­sprü­che des Geg­ners, die (mit Aus­nah­me des erst­in­stanz­li­chen Arbeits­ge­richts­pro­zes­ses) in den meis­ten Pro­zess­ord­nun­gen zuguns­ten des obsie­gen­den Par­tei vor­ge­se­hen sind.

Im Rah­men die­ser Kos­ten­er­stat­tung sind in vie­len Rechts­schutz­ver­si­che­rungs­ver­trä­gen aller­dings Selbst­be­tei­li­gun­gen des Ver­si­che­rungs­neh­mer von 150,- € bis 250,- € je Rechts­schutz­fall ver­ein­bart, so dass das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nur die Kos­ten erstat­tet, die die­sen Selbst­be­halt über­stei­gen. Vie­le Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men bie­ten jedoch auch die Mög­lich­keit, die­sen Selbst­be­halt gegen einen gering­fü­gig erhöh­ten Ver­si­che­rungs­bei­trag aus­zu­schlie­ßen.

Dane­ben wer­den von der Recht­schutz­ver­si­che­rung auch Straf­kau­ti­on über­nom­men, die erfor­der­lich sind, um den Ver­si­che­rungs­neh­mer oder eine ande­re in den Ver­si­che­rungs­schutz ein­be­zo­ge­ne Per­son vor dem Voll­zug von Unter­su­chungs­haft zu bewah­ren, aller­dings regel­mä­ßig begrenzt auf einen Betrag von maxi­mal 50.000,- €. Dage­gen wer­den Geld­stra­fen und Buß­gel­der nicht von der Rechts­schutz­ver­si­che­rung über­nom­men.

In der Rechts­schutz­ver­si­che­rung ist der Ver­si­che­rungs­schutz regel­mä­ßig räum­lich begrenzt auf Euro­pa (ein­schließ­lich der kana­ri­schen Inseln, der Azo­ren und Madei­ra) sowie die nciht zu Euro­pa gehör­den­den Anlie­ger­staa­ten des Mit­tel­mee­res. Dane­ben bie­ten eini­ge Rechts­schutz­ver­si­che­rer für vor­über­ge­hen­de, maxi­mal sechs- oder zwölf­wö­chi­ge Aus­lands­auf­ent­hal­te auch einen welt­wei­ten Ver­si­che­rungs­schutz. Die­ser welt­wei­te Ver­si­che­rungs­schutz ist aller­dings typi­scher­wei­se begrenzt auf maxi­mal 30.000,- €, auch wer­den etwa Anwalts­ge­büh­ren regel­mä­ßig nur bis maxi­mal zum drei­fa­chen Satz eines deut­schen Rechts­an­walts über­nom­men, was in vie­len Län­dern abso­lut unzu­rei­chend ist.